Kunstwerke

Lutz Ackermann

Skulptur „Sicheln“

Nach der im Deutschen Bauernkrieg von 1525 von den aufständischen Bauern verwendeten Waffe schuf der Künstler Lutz Ackermann für den im Jahr 2000 entstandenen Skulpturenpfad, einem Gemeinschaftsprojekt von Institutionen der Städte Böblingen und Sindelfingen, die vielbeachtete am östlichen Stadteingang Böblingens platzierte Skulptur.

Ackermannskulptur

Vorbild waren sogenannte „Fersentrenner“, im Original bäuerliche Arbeitsgeräte wie Sicheln und Sensen, die an lange Holzstangen geschmiedet, zur todbringenden Waffe für die gegnerischen Truppen des Schwäbischen Bundes werden sollten. Die Idee war, das gegnerische Pferd so zu verletzen, dass es seinen Reiter abwarf und dieser am Boden gestellt, verwundet oder gar getötet werden konnte.
 
Die Opferzahlen sprechen gegen die Tauglichkeit der Waffe und für die militärisch-strategische Überlegenheit der von Georg III. Truchsess von Waldburg geführten Truppen des Schwäbischen Bundes. Während vom 15.000 Mann starken Bauernheer mindestens 3.000 auf dem Feld der württembergischen Entscheidungsschlacht zwischen Böblingen und Sindelfingen am 12. Mai 1525 getötet wurden, wird die Zahl der Opfer auf Seiten des Schwäbischen Bundes mit etwa 50 angegeben.
 
Damit war das Scheitern der Bauern und ihrer in „12 Artikeln“ formulierten Reformanliegen zunächst besiegelt. Doch die Wünsche und Hoffnungen nach persönlicher Freiheit, nach Beteiligung und Mitsprache, nach Verbesserung der Lebensverhältnisse, nach religiöser Selbstbestimmung und größerer Gerechtigkeit bestanden weiter und sind in den Köpfen über Generationen hängen geblieben. Nach Freiheitsbewegungen über fünf Jahrhunderte schlugen sie sich in demokratischen Verfassungen und allgemein gültigen Menschenrechten nieder.
 
Mehr über den Deutschen Bauernkrieg von 1525 und seine Wirkung bis zur Gegenwart erfahren Sie im Deutschen Bauernkriegsmuseum Böblingen, Pfarrgasse 2, 71032 Böblingen und hier auf dieser Website im Bereich Sonderausstellungen.