Aktuelle Sonderausstellung

WENDE IN WANDLITZ

30 Jahre Mauerfall

21. Juli 2019 - 17. November 2019

Eingangstor Waldsiedlung Wandlitz  ©Kimmel

Der Mauerfall im November 1989 gilt als Symbol für die erste erfolgreiche und friedliche Freiheitsbewegung aus dem Volk in der deutschen Geschichte, die zur Beendigung der deutschen Teilung und zur Wiedervereinigung im Oktober 1990 führte. Ab November 1990 konnte nach und nach auch das Geheimnis um das bisherige Leben der Politiker in Wandlitz gelüftet – und Einblick in diese „Herrschaftszentrale der Macht“ gegeben werden, die nun ihr Ende gefunden hatte.
Die einstigen Wohnhäuser der Mächtigen werden heute von der Brandenburg-Klinik Bernau bei Berlin genutzt.

Die Sonderausstellung „Wende in Wandlitz“ – 30 Jahre Mauerfall – zeigt Bilder und Dokumente – zum Teil im Original – aus der Wald- und Wohnsiedlung der DDR-Politprominenz.
Außerdem haben viele DDR-Produkte, von der Plakat-sammlung bis zum „Böblinger Trabbi“ ihren Weg ins Deutsche Bauernkriegsmuseum gefunden.
Die Ausstellung entstand auf der Basis einer Sonder-ausstellung im Barnim Panorama im Jahr 2016 in enger Kooperation mit der Gemeinde Wandlitz.

Flyer Sonderausstellung (733,4 KiB)

Im Dunkeln bestattet

Vitrinenausstellung im Deutschen Bauernkriegsmuseum

14. November 2019 - 08. März 2019

Bei Baumaßnahmen auf einem Grundstück in der Unteren Gasse in Böblingen, das unmittelbar an die mittelalterliche Stadtmauer angrenzte, traten im Boden die Grundmauern des Kellergeschosses eines nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissenen Gebäudes hervor. Die Bodenarbeiten wurden archäologisch begleitet und brachten tatsächlich in Böblingen bisher Unbekanntes zutage:
Unter dem Kellerboden des ehemaligen Wohnhauses vergraben, bargen die Archäologen Überreste von ca. 30 Tontöpfen, wie sie in der frühen Neuzeit auch als Koch- und Vorratstöpfe gebräuchlich waren. In dem vorgefundenen Kontext erwiesen sie sich aber als Bestattungstöpfe für Nachgeburten. Mit der Bestattung der Nachgeburt sollte früher verhindert werden, dass böse Mächte Mutter und Kind Schaden zufügen. Der Brauch ist aus dem 17. und 18. Jahrhundert in einer Reihe von Orten in der Umgebung bekannt – in Böblingen begegnet man ihm mit dem Fund vom Frühjahr 2018 erstmals.
Ganz besonders überraschend war für die Forscher der Fund eines Säuglingsskeletts, das zwischen den Nachgeburtstöpfen bestattet worden war und das nach wissenschaftlichen Untersuchungen ebenfalls in die Zeit um 1650 zu datieren ist. Welches Schicksal dieser Säugling erfahren hat, dass er wohl heimlich im Keller seines Geburtshauses und nicht auf dem Friedhof bestattet wurde, lässt sich nicht abschließend klären.
Das Deutsche Bauernkriegsmuseum Böblingen schätzt sich glücklich, einen Teil der Bodenfunde in einer Vitrinenausstellung im Untergeschoss des Museums Zehntscheuer in der Zeit von 14. November 2019 bis 8. März 2020 als Leihgabe des Landesamts für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart präsentieren zu dürfen. Zu sehen sind teilweise rekonstruierte Nachgeburtstöpfe, eine Fotodokumentation der Grabungsarbeiten sowie die Fundsituation des Kinderskeletts.