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„Krieg. Krise. Knappheit. In Böblingen“

21. Mai – 22. Oktober 2023

Die Sonderausstellung thematisiert verschiedene Krisenzeiten der Stadt und stellt neben einem aktuellen Bezug einzelne Protagonist*innen und ihr Handeln, ihr Bestreben, Krisen zu bewältigen, ihnen zu entfliehen oder gar von ihnen zu profitieren in den Vordergrund.

Heinrich Keiß und Philipp Genkinger. Zwei Namen. Zwei Schicksale. Zwei Böblinger Krisen. Während Heinrich Keiß inmitten von Missernten das verantwortungsvolle Amt des Kellers ausübte und es missbrauchte, floh der Amtsschreiber Philipp Genkinger vor der Pest aus Böblingen und starb trotzdem an ihr.
Zwei Schicksale erzählen uns vom individuellen Handeln in Kriegs- und Krisenzeiten und lassen uns fragen: Wie gingen Menschen oftmals auf ihre ganz eigene Weise mit Krisen um? Wie versuchte man sie zu bewältigen, ihnen zu entfliehen oder gar von ihnen zu profitieren? Anhand von insgesamt fünf Krisenzeiten der Böblinger Stadtgeschichte soll diesen Fragen nachgegangen werden. Von den Missernten und der Getreideteuerung am Beginn des 16. Jahrhunderts, die der Bauernkrieg nicht beenden konnte und den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, der die Pest zu einer täglichen Begleiterin werden ließ. Von den Hungersnöten und der wirtschaftlichen Notlage des 19. Jahrhunderts, die Auswanderung zum hoffnungsvollen Ausweg machte bis hin zur Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre, die Wertpapier in Spielgeld verwandelte. Und schließlich die Wohnungsnot der 1950er Jahre, deren Ausweg in der Nachkriegszeit im fortschreitenden und bedingungslosen Aufbruch zu liegen schien.
Die Sonderausstellung des Deutschen Bauernkriegsmuseums Böblingen thematisiert mit einem stadtgeschichtlichen Fokus Krisengewinner und Krisenverlierer, Aufwertungen und Wertverluste, Knappheit, Krisenmanagement und Klopapier und somit eine Thematik die uns aktuell erneut bewegt und herausfordert. 
Ausstellungseröffnung: 21. Mai 2023
Finissage: 22. Oktober 2023